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Schlaganfall-Nachsorge: Wie Bewegung Ihre Heilung beeinflussen kann

Die Diagnose Schlaganfall verändert das Leben von einem Moment auf den anderen. Plötzlich sind alltägliche Bewegungen wie das Greifen nach einer Tasse oder das sichere Gehen zur Herausforderung geworden. Viele Betroffene fragen sich in dieser Situation: Wie finde ich zurück in mein Leben? Die gute Nachricht: Das menschliche Gehirn besitzt eine bemerkenswerte Fähigkeit zur Selbstheilung. Die gezielte neurologische Nachsorge für Berlin-Wedding und die richtige Physiotherapie können verloren gegangene Funktionen Schritt für Schritt wiederherstellen. Dabei spielt Bewegung eine zentrale Rolle – denn sie ist der Schlüssel, um neue Nervenverbindungen zu aktivieren und den Heilungsprozess nachhaltig zu unterstützen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Warum Bewegung nach dem Schlaganfall so entscheidend ist
  3. Übungen, die wirklich helfen können – aus der Praxis
  4. Was Sie beachten müssen – Risiken und Grenzen

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach einem Schlaganfall hilft gezielte Bewegung, neue Nervenverbindungen zu schaffen und verloren gegangene Funktionen zurückzuerlangen.
  • Die Neuroplastizität des Gehirns ermöglicht es, dass sich neuronale Strukturen neu organisieren und alternative Wege für geschädigte Bereiche gefunden werden.
  • Therapeutisch angeleitete Übungen sind in der Anfangsphase entscheidend, um Überforderung zu vermeiden und sichere Fortschritte zu erzielen.
  • Regelmäßiges Training verbessert nicht nur die Motorik, sondern auch die Koordination, Balance und allgemeine Lebensqualität.

Warum Bewegung nach dem Schlaganfall so entscheidend ist

Ein Schlaganfall schädigt Bereiche im Gehirn, die für motorische und kognitive Funktionen zuständig sind. Doch unser Gehirn gibt nicht auf: Es verfügt über eine erstaunliche Eigenschaft, die als Neuroplastizität bezeichnet wird. Diese Fähigkeit ermöglicht es dem Gehirn, sich neu zu vernetzen und Funktionen teilweise auf andere Bereiche zu übertragen. Bewegung ist dabei der zentrale Motor dieser Umstrukturierung.

Wenn Sie nach einem Schlaganfall gezielt trainieren, senden Sie dem Gehirn wichtige Signale. Jede Bewegung aktiviert neuronale Bahnen und fördert die Bildung neuer Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Je häufiger bestimmte Bewegungsmuster wiederholt werden, desto stärker prägen sich diese Verbindungen ein. Das bedeutet: Kontinuierliches Training ist der Schlüssel zur Wiederherstellung verloren gegangener Fähigkeiten.

Die körperliche Aktivierung hat zudem einen direkten Einfluss auf den gesamten Rehabilitationserfolg. Durch Bewegung wird die Durchblutung angeregt, die Muskulatur gestärkt und die Koordination zwischen Gehirn und Körper verbessert. Wer früh mit therapeutischer Bewegung beginnt, kann häufig bessere Ergebnisse erzielen. Dabei geht es nicht darum, sofort Höchstleistungen zu erbringen, sondern um konstante, gut dosierte Fortschritte.

Übungen, die wirklich helfen können – aus der Praxis

In der neurologischen Rehabilitation stehen Übungen im Mittelpunkt, die gezielt Bewegungsmuster wiederherstellen. Diese reichen von grundlegenden Aktivitäten wie dem sicheren Stehen und Gehen bis hin zu komplexeren Feinmotorik-Aufgaben wie dem Greifen oder Schreiben. Bei Hempel Rehabilitation & Bewegung arbeiten wir mit individuell angepassten Therapieplänen, die genau auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Ein typisches Beispiel ist das Gangtraining: Viele Betroffene müssen nach einem Schlaganfall das Gehen neu erlernen. Dabei werden zunächst das Gleichgewicht und die Standstabilität trainiert, bevor kontrollierte Schrittbewegungen folgen. Auch die Feinmotorik spielt eine große Rolle im Alltag. Übungen zum Greifen kleiner Gegenstände oder das Öffnen und Schließen der Hand helfen dabei, die Handgeschicklichkeit zurückzugewinnen.

Typische Bewegungsübungen in der Schlaganfall-Reha:

  • Gangtraining: schrittweise Verbesserung von Balance, Schrittlänge und Gehsicherheit
  • Greif- und Halteübungen: gezieltes Training der Handmotorik mit Alltagsgegenständen
  • Arm- und Schulterübungen: Mobilisation und Kräftigung der oberen Extremitäten
  • Koordinationsübungen: Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Körperhälften
  • Transfer- und Alltagsübungen: sicheres Aufstehen, Hinsetzen und Bewegen im häuslichen Umfeld

Wichtig ist, dass diese Übungen unter professioneller Anleitung durchgeführt werden. Therapeuten erkennen, wann eine Bewegung korrekt ausgeführt wird und können sofort korrigieren, um Fehlhaltungen oder Kompensationsmuster zu vermeiden. Gerade in der frühen Phase nach einem Schlaganfall ist diese Begleitung unverzichtbar.

Was Sie beachten müssen – Risiken und Grenzen

So wichtig Bewegung auch ist – sie muss zur richtigen Zeit und im richtigen Maß erfolgen. Viele Betroffene möchten nach einem Schlaganfall schnell wieder fit werden und überschätzen dabei ihre Belastbarkeit. Das kann jedoch zu Überforderung oder Verletzungen führen. Deshalb gilt: In der Anfangsphase sollten Sie niemals allein trainieren, sondern immer unter therapeutischer Aufsicht.

Wann können Sie selbstständig üben? Wenn Ihr Therapeut grünes Licht gibt und Sie ein sicheres Gefühl für die Bewegungsabläufe entwickelt haben. Selbst dann sollten bestimmte Übungen nur in sicherer Umgebung stattfinden, etwa mit Festhaltemöglichkeiten in Reichweite. Achten Sie auf Warnzeichen wie Schwindel, plötzliche Schwäche, Kopfschmerzen oder Atemnot. In solchen Fällen sollten Sie das Training sofort abbrechen und ärztlichen Rat einholen.

Typische Überforderungen zeigen sich durch übermäßige Erschöpfung, Muskelkrämpfe oder verstärkte Spastik. Auch psychische Überlastung ist ein Thema: Frustration entsteht schnell, wenn Fortschritte langsamer erfolgen als erhofft. Hier ist es wichtig, sich realistische Ziele zu setzen und jeden kleinen Erfolg wertzuschätzen. Geduld und Kontinuität sind in der Schlaganfall-Nachsorge entscheidend.

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